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DAS GEBEN OHNE KRITISCHE EINSICHT  

Aus dem Buch „Was hat Jesus wirklich gesagt?“ von Bivin und Blizzard jr.
Theologische Irrtümer aufgrund falscher Übersetzung, S. 81

 

Wir alle sind sicherlich schon einmal von jemandem um finanzielle oder materielle Hilfe gebeten worden. Die Nachfrage kann von einem Nachbarn, einem Familienmitglied oder sogar von einem völlig Fremden gekommen sein. Normalerweise gewähren wir die Bitte, manchmal jedoch nicht. Jedes Mal jedoch, wenn wir eine Bitte abschlagen, egal aus welchen Gründen, fühlen wir uns nicht gut dabei. Die Bitte mag ja unberechtigt erscheinen oder sogar unerfüllbar sein, wir empfinden aber ein  gewisses Maß an eigenem Versagen, weil wir der Bitte nicht nachgekommen sind. Lehrt denn die Bibel nicht: „Gib jedem, der dich bittet“ (Mt. 5,42)?

Diese Bibelstelle scheint auszusagen, daß man verpflichtet ist, von seinem materiellen Gut  jedermann zu geben, der einen darum bittet. Ist das wirklich der Wille Gottes? Der griechische Text von Matth. 5,42 und seine deutsche Übersetzung zwingen uns zu diesem Schluß; konsequenterweise haben wir jedesmal, wenn wir eine Bitte teilweise oder ganz abweisen, in Bezug auf unsere materiellen Güter ein Gefühl, daß wir in einer Weise gehandelt haben, die nicht der Wille Gottes für uns ist.

Eine falsche Übersetzung im ersten Teil von Mt. 5,42 ist die Ursache für unsere Verwirrung. Dieser Vers wird normalerweise so übersetzt:

Gib dem, der dich bittet, und weise den nicht ab, der von dir borgen will.

Dieses Wort ist ein Ausdruck hebräischer Poesie. Ein Hauptcharakteristikum hebräischer Dichtkunst ist der Parallelismus – dabei wird ein und derselbe Gedanke zweimal ausgedrückt, und zwar in verschiedenen Worten. Die hebräische Dichtung reimt sich nicht am Ende der Zeile, sondern wiederholt oder verdoppelt den Gedanken.

Die zweite Hälfte von Mt. 5,42 wiederholt den Gedanken der ersten Hälfte. Das Verb „bitten“ der ersten Hälfte des Verses sollte darum eine parallele Bedeutung zu dem Verb „borgen“ in der zweiten Hälfte des Verses darstellen.

Kann „bitten“ in Hebräisch überhaupt „borgen“ heißen?
Ja, das hebräische Wort „bitten“ hat im Gegensatz zu seinen griechischen und deutschen Gegenübern drei Bedeutungen:

1. „eine Frage stellen“; 2. „eine Bitte ausdrücken“; und 3. „borgen“.

In Hebräisch kann „bitten“ aus diesem Grund ab und zu auch ein Synonym für „borgen“ sein. Warum gibt es zwei Wörter für „borgen“? Weil es tatsächlich einen feinen Unterschied zwischen dem hebräischen Wort „fragen“ im Sinne von „borgen“ und dem Wort „borgen“ selbst gibt. Im  Hebräischen besteht ein Unterschied zwischen dem Borgen eines Objektes, wie z. B. eines Buches, das der Person wieder zurückgegeben werden muß, von der man es geborgt hat, und dem Borgen von Geld oder Mehl, das nach seiner Art und Weise bzw. nach seiner Menge zurückgegeben wird. Man gibt ja tatsächlich nicht dasselbe Mehl zurück, sondern eine in Art und Qualität entsprechende

Menge. Jesus sprach poetisch in einem Parallelismus und gebrauchte das erste Wort für „borgen“ in der ersten Hälfte des Verses und das zweite Wort mit seiner anderen Bedeutung in der zweiten Hälfte.

Mt. 5,42 ist tatsächlich eine weitere Illustration von Mt.5,39 a, „Widersteht nicht dem Bösen“.Eine Weise, sich an einem streitsüchtigen Nachbarn zu rächen wäre z. B., daß man ihm die Gewährung eines Kredites verweigert. Jesus stellt das in typisch hebräisch-poetischer Form fest. „Bitten“ in der ersten Hälfte des Verses ist eine Parallele zu „borgen“ in der zweiten Hälfte des Verses, aber die Bedeutung ist dieselbe. In elegantem Hebräisch sagt Jesus: „Gib dem, der dich bittet, und verweigere dich nicht dem, der von dir zu borgen wünscht.“

Bestimmt kann dieser Satz in Deutsch missverstanden werden, aber er ist einwandfreies und vollkommen klares Hebräisch. Wenn wir diesen Vers nun einmal ins Hebräische zurückübersetzen, liefert er keine Rechtfertigung mehr für ein Geben ohne geistliches Unterscheidungsvermögen und Weisheit. Dieses Wort bezieht sich nicht auf das Geben an sich, sonders wiederum, wie man auf einen feindlichen Nachbarn reagieren soll.

Natürlich wird Großzügigkeit in der Bibel gelehrt, ebenso wie man den Armen, den Notleidenden und den Alten helfen soll. Wir sind aber nicht dazu aufgefordert, unser Eigentum irgendeinem zu geben, der uns darum bittet.

Wir werden dazu ermahnt, gute Haushalter dessen zu sein, was Gott uns anvertraut hat (vergleichen wir z. B. die Parabel von den Talenten in Mt. 25,14-30). Keiner soll sich seines Eigentums in törichter Weise entledigen, noch ohne Gottes Leitung im Geben handeln.

 

 

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