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Ausrottung der Völker Teil 2

Wie ist es aber nun Israel ergangen mit der Landeinnahme?
Und kam es tatsächlich zur vollständigen Ausrottung?

Dazu fand ich in Josua Widersprüchliches, was nicht verwundert, weil es beschönigt sein könnte durch die Schriftgelehrten in Babylon (Exilleviten). Und ich fand in der Einleitung zum Buch Josua in der Stuttgarter Erklärungsbibel interessante Informationen, die natürlich allen Christen, die ihre Bibel regelmäßig durchlesen, schon aufgefallen sein werden. Für diejenigen, die diese Geschichten zu schrecklich finden, um sie zu lesen, will ich hier die einleitende Erklärung auszugsweise abschreiben:

„Das Josua-Buch wurde geschrieben, um zu zeigen, dass Gott zu seinen Zusagen steht…

Thema und Sprache des Kapitel 23 stützen die Vermutung, dass das Buch in seiner vorliegenden Gestalt die Erfahrung des babylonischen Exils voraussetzt…..

Mit der Zielsetzung hängt es zusammen, dass die Eroberung des Landes im Josua-Buch als völlige Vertreibung und Ausrottung der früheren Landesbewohner dargestellt wird. Von diesen Bewohnern hatte das Nomadenvolk der Israeliten den Ackerbau übernommen und zugleich die damit verbundenen religiösen Praktiken kennengelernt. Sind es also die Götter des Landes und die ihnen dargebrachte Verehrung, die das Gedeihen und den Erntesehen garantieren (>Fruchtbarkeitsreligion)? Die Versuchung anderen Göttern zu dienen (23:7) begleitet die Geschichte Israels in seinem Land (Hos.2:4-15; 4:12-19; Jer.2) Das Josua-Buch beschreibt die Inbesitznahme des Landes so, wie sie hätte verlaufen müssen, damit diese Versuchung (die Götter des Landes anzubeten) mit der Wurzel ausgerottet worden wäre.

In Übereinstimmung mit dem deuteronomischen Gesetz, das die Tatsache des geschehenen Abfalls zu anderen Göttern voraussetzt, stellt es die heidnischen Bewohner des Landes unter den Bann (5.Mo 7:1-5) Diese Maßnahme entspricht altorientalischem Kriegsrecht und wurde zweifellos im Einzelfall angewendet.

Auf das ganze Land kann sie schon wegen des verbleibenden Widerstandes keine Anwendung gefunden haben. Auch das Josua-Buch weiß von nichteroberten Kanaaniter-Städten, deren Bewohner auch später nicht ausgerottet, sondern fronpflichtig gemacht wurden (15:63; 16:10; 17:11-13; vgl. Richter 1:17-36“ Ende Zitat

Auch hier gehen die Kommentatoren nicht von einer Inspiration des Buches Josua aus, sondern stellen fest, dass das Geschilderte nachträglich mit dem Wissen um das Scheitern des ganzen Gottesplanes erst im Exil aufgezeichnet wurde. So kommt es denn auch dazu, dass z.B. in Josua 21:43-45 Folgendes geschrieben steht:

Gottes Verheißungen in allem erfüllt

So gab der Herr Israel das ganze Land, von dem er geschworen hatte, es ihren Vätern zu geben, und sie nahmen es in Besitz und wohnten darin. Und der Herr verschaffte ihnen Ruhe ringsum, ganz so, wie er ihren Vätern geschworen hatte; und keiner ihrer Feinde konnte vor ihnen bestehen, sondern der Herr gab alle ihre Feinde in ihre Hand. Es fehlte nichts an all dem Guten, das der Herr dem Haus Israel verheißen hatte; alles war eingetroffen.

Dieser Bibeltext entspricht offensichtlich reiner Wunschvorstellung!

Lesen wir dazu auch Josua 23:14-16

Und siehe, ich gehe heute den Weg aller Welt; so sollt ihr erkennen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, daß nicht ein Wort gefehlt hat von all dem Guten, das der Herr, euer Gott, euch verheißen hat; es ist alles für euch eingetroffen, und nicht ein Wort davon ist ausgeblieben!

Aber es wird geschehen: Wie nun jedes gute Wort über euch gekommen ist, das der Herr, euer Gott, euch verheißen hat, so wird der Herr auch jedes schlimme Wort über euch kommen lassen, bis er euch vertilgt hat aus diesem guten Land, das der Herr, euer Gott, euch gegeben hat.

Wenn ihr den Bund des Herrn, eures Gottes übertretet, den er euch geboten hat, und hingeht und anderen Göttern dient und sie anbetet, so wird der Zorn des Herrn über euch entbrennen, und ihr werdet bald vertilgt sein aus dem guten Land, das er euch gegeben hat!

In Richter 2:19-23 erfahren wir dann das wirklich Geschehene:

Wenn aber der Richter starb, so handelten sie wiederum verderblich, mehr als ihre Väter, indem sie anderen Göttern nachfolgten, um ihnen zu dienen und sie anzubeten; sie ließen nicht ab von ihrem Treiben und ihrem halsstarrigen Wandel.

Darum entbrannte der Zorn des Herrn über Israel, und er sprach: Weil dieses Volk meinen Bund übertreten hat, den ich ihren Vätern geboten habe, und sie meiner Stimme nicht folgen, so will auch ich in Zukunft niemand mehr von den Völkern, die Josua bei seinem Tod übriggelassen hat, vor ihnen vertreiben, damit ich Israel durch sie prüfe, ob sie den Weg des Herrn bewahren und darin wandeln werden, wie ihre Väter ihn bewahrten, oder nicht!

So ließ der Herr diese Völker verbleiben und vertrieb sie nicht schnell aus ihrem Besitz, wie er sie auch nicht in die Hand Josuas gegeben hatte.

Siehe auch 2.Kö.17:18-23 und Josua 13 > Noch nicht eingenommenes Land

Schlussendlich:
Gott hatte ihnen zwar das Land als Erbteil zugesichert, wie wir das ausführlich in den Kapitel vor 23 nachlesen können. Doch es kam, wie in Josua 23:4-15 als Warnung beschrieben, letztlich zum Bundesbruch, was uns in Richter 2 bestätigt wird. Und Gott hörte auf, die Bewohner des Landes vor ihnen zu vertreiben und so lebten die Israeliten mitten unter den Kanaanitern und vermischten sich mit ihnen! Ri.3:1-12 Hast du das gewusst? In Psalm 106 wird deutlich, welcher Sünden sich Israel schuldig gemacht hatte, sodass Gott ihnen ihr Land wegnahm und sie in die Hand der Nationen gab, die sie hassten:

Sie vertilgten die Völker nicht, die der HERR ihnen genannt hatte. Sie vermischten sich mit den Nationen und lernten ihre Werke. Sie dienten ihren Götzen, die wurden ihnen zum Fallstrick.

37 Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen,

38 vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie den Götzen Kanaans opferten. So wurde das Land durch die Blutschuld entweiht.

39 Sie verunreinigten sich durch ihre Werke und hurten durch ihre Taten.

40 Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen sein Volk, und er verabscheute sein Eigentum.

41 Er gab sie in die Hand der Nationen, und die sie hassten, herrschten über sie.

42 Ihre Feinde bedrängten sie, und sie wurden gebeugt unter ihrer Hand. Oft rettete er sie. Sie aber waren widerspenstig in ihren Plänen, und sie verkamen wegen ihrer Ungerechtigkeit. Doch er sah an ihr Elend, als er ihr Schreien hörte. Und er gedachte um ihretwillen seines Bundes, und es reute ihn in der Fülle seiner Gnade. Er ließ sie Erbarmen finden bei allen, die sie gefangen weggeführt hatten. (Von alledem lesen wir in den Propheten-Büchern)

Der Stamm Dan z.B. bekam lt. Jos.19:40 ein Landerbteil; doch nach Ri.18:1 waren sie wieder ohne Land, weil sie, wie der Kommentar sagt, dem Druck der Kanaaniter und Philister weichen mussten. Gott stand also nicht mehr zu ihnen! Aus diesen Schilderungen muss ich leider schließen, dass Josua 21:43-45 eine Falschaussage ist! Wurde das Josua-Buch also von den späteren Schreibern schöngefärbt?

Mein Vertrauen in das Buch Josua ist durch dieses Studium ziemlich erschüttert worden und ich bin im Nachhinein froh, dass ich diese biblischen Geschichtsberichte noch nie vorher richtig gelesen hatte, weil mich Geschichte bislang nicht interessierte. Und ich bin auch froh, dass Gott mir zuvor die Sache mit den „Lügenschreibern“ gezeigt hat, sodass ich jetzt nicht gleich im Glauben dahinwanken muss, da ich ja den Lügner schon persönlich kennen gelernt habe und weiß, wozu er fähig ist. Und nicht umsonst warnt Gott davor, etwas von seinem persönlichen Worten (Propheten, Gesetz) zu ändern – er wusste wohl, was geschehen würde. Spr.30:4

Das ganze Land soll jüdisch besetzt und alle Feinde sollen besiegt sein. Josua 21, 43-44
Das Land war zur Ruhe gekommen vom Kriege, Josua 11,23, alle Kanaanäer und andere einheimischen Völker sollen vernichtet sein

Gemäß anderen Textstellen des Buches Josua und auch Richter leben aber weiterhin viele Kanaaniter und Philister in unmittelbarer Nähe zu den Israeliten. Dasselbe Buch Josua, das behauptet, alles Land sei besetzt, behauptet an anderer Stelle gleichzeitig, Josua 13,1-6; 23:7, große Gebiete von Kanaan seien noch zu erobern, nämlich:
— alle Gebiete der Philister an der Südküste
— die phönizische Küste weiter im Norden
— das ganze Beka’a-Tal im NO —

Wenn man als einfacher Bibelleser die Kapitel der Landverteilung liest, hat man den Eindruck, dass diese ganze Ausrottung der Völker und Landeinnahme mit Gottes Hilfe systematisch und zügig erfolgt ist. So wird es ja auch in 21:43-45 als „Erfüllung“ sogar in der Überschrift beschrieben. Doch dem war ganz und gar nicht so. Ein Bericht über die Inbesitznahme des großen mittel-palästinensischen Gebietes (Stämme Ephraim und Manasse) fehlt z.B. gänzlich.

Die ganze israelische Geschichte hat riesige Fragezeichen! Auch an dem Reich Davids möchte ich meine Zweifel kundtun, denn angeblich eroberte er ja die Völker, die noch übrig waren, wo doch eigentlich gar keine übrig sein sollten. Doch fragte ich mich beim Lesen, warum er sie dann nicht ausgerottet hat, wie Gott es doch einst seinen Vorvätern schon befohlen hatte? Nein, er eroberte sie angeblich und machte sie sich untertan. Auch die archäologische Beweissuche für ein in der Bibel angeführtes David-Reich und für angebliche Davidische Zerstörungen von Philisterstädten blieb ohne Ergebnisse (Israel Finkelstein > Anhang). Auch kann man ja daran wiederum erkennen, dass die Landeinnahme nicht vollendet war, wie es Josua berichtet. Zur Zeit Davids waren sie untergemischt und ständig angefeindet.

Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Hebräer mitten unter den Ausländern wohnten, erkennt man z.B. auch daran, dass David von seinem Palast aus Batseba sehen konnte. Sie war eine Hetiterin, wie auch ihr Mann Uria, der offensichtlich für das davidsche Königreich im Krieg kämpfte. Demnach ist übrigens Salomon ein Mischling aus Hebräer und Hetiter!

Wir finden auch im Buch Nehemia 9:22ff eine Zusammenfassung von Nehemia zu dieser Sache (bitte lies selbst nach!) und er endet mit dem Satz, der uns in Erinnerung bleiben sollte:

9:33 Du bist allerdings gerecht gewesen bei allem, was uns widerfahren ist; denn du hast stets Treue geübt, wir aber haben gottlos gehandelt.

Letztlich wurde ja auch das „auserwählte Volk Israel“ von Gott verworfen – aber, wie uns Römer 11 bestätigt, nicht vollständig, sondern Gott hat, um der Verheißungen an die Väter willen, letztmalig im 1.Jahrhundert einen Überrest auserwählt und gerettet, den er „in Christus“ versetzte, den einen neuen Auserwählten Gottes, der gehorsam war bis in den Tod. Und in ihm sind auch wir heute Auserwählte Gottes, die einst ein Erbteil in seinem Reich erhalten werden. Was uns aber auch klar macht, dass derzeit kein Jude einen Anspruch auf ein Erbteil im Land Israel hat und schon gar nicht solche, die in keinem Bundesverhältnis zu Gott oder seinem Auserwählten und Gesalbten König Jaschua stehen. Bundesbrüchige hatten noch nie einen Anspruch auf die Verheißungen Gottes! Im Gegenteil: Jahuwah nahm Israel sogar Gebiet ab, weil Jehu nicht das ganze Gesetz hielt! 2.Kö.10:31f

Aber hatte es ihnen Jahuwah nicht zuvor angekündigt, dass er seine Verheißungen an Bedingungen des Gehorsams knüpfen würde?

Jer.18:9-10
Und ein andermal verheiße ich einem Volke oder einem Königshause, es aufbauen und einpflanzen zu wollen; 10 wenn es dann aber tut, was mir mißfällt, indem es meinen Weisungen nicht nachkommt, so lasse ich mir das Gute leid sein, das ich ihm zu erweisen gedacht hatte.

5.Mose 28:62
Und ihr werdet als ein kleines Häuflein übrig bleiben, die ihr doch so zahlreich gewesen seid wie die Sterne des Himmels, weil du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorcht hast. 63 Und wie der HERR sich euretwegen zuvor freute, euch Gutes zu tun und euch zu mehren, so wird der HERR sich euretwegen freuen, euch zu verderben und euch zu vertilgen, und ihr werdet herausgerissen werden aus dem Land, in das du jetzt ziehst, um es in Besitz zu nehmen.

Und dennoch war auch Jahuwah sehr „enttäuscht“ über dieses widerspenstige Volk, denn er hatte sich das alles „ganz anders vorgestellt“! So erkenne ich es jedenfalls aus dieser niederschmetternden Aussage:

Jer.3:19
»Zwar hatte ich gedacht: ›Wie will ich dich an Sohnes Statt halten und dir ein herrliches Land, den kostbarsten Besitz der ganzen Völkerwelt, verleihen!‹ Und weiter hatte ich gedacht, ihr würdet mich ›Vater‹ nennen und euch von meiner Nachfolge nicht mehr abkehren. 20 Aber ach!

Kennst du unseren Gott so?

Israel musste seit Kanaan schon immer mitten unter den Nationen leben, musste von anderen Nationen beherrscht werden, statt, wie geplant, selbst Herrschaft zu übernehmen. Diese Herrschaft der Nationen über das untreue Israel ist Gottes Gericht über sie und wird von Jaschua in Luk.21:24 bestätigt als „die Zeiten der Nationen“!

Aus Liebe zur Wahrheit – JedidaMD liebezurwahrheit.info

ANHANG

Das „Deuteronomistische Geschichtswerk“:

Gemeinsamkeiten Deuteronomium, Bücher Josuah, Richter, Samuel und Könige

Die Analysten stellen fest, dass die Bücher Deuteronomium, Josuah, Richter, Samuel und Könige sprachlich und theologisch stilistisch gleich sind. Es wird einige Male redigiert. Ab den 1940er Jahren bezeichnen die Analysten diese Werke als das „Deuteronomistische Geschichtswerk“. Die Analysten sind sich dabei nicht einig über den Zeitpunkt der Niederschrift, ob die Niederschrift während der Verschleppung nach Babylon oder zur Zeit von König Josia beginnt und im Exil fertiggestellt wird (S.25).

Unter König Josia wird gemäss Finkelstein / Silberman das Deuteronomistische Geschichtswerk (5. Buch Mose und Bücher Josuah, Richter, Samuel und Könige) zusammengestellt (S.26). Das „Deuteronomische Geschichtswerk“ ist gemäss Finkelstein / Silberman von einem einzigen Historiker geschrieben worden (S.185), [wobei z.T. jahrhundertealte Prophezeiungen den Rahmen dazu bilden, die bestätigen sollen, dass Gott „Recht“ hat].

Josia im Deuteronomistischen Geschichtswerk: Die Herabsetzung des Omriden-Reichs

Josia will damit seine politischen Ambitionen und die religiösen Reformen ideologisch untermauern (S.26). Josia als König von Jerusalem meint, er müsse das Omridenreich herabsetzen und ihm „sündiges Verhalten“ auferlegen. Er erfindet stattdessen ein Grossreich unter David und Salomo, das rein israelitisch gewesen sei. Weitere verfälschende Elemente:

http://geschichteinchronologie.ch/judentum-aktenlage/AT/Fink-Silb/Finkelstein-Silberman00_faelschung-und-wahrheit-im-AT-alle-kapitel.htm

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Viel Erkenntnis und neues Bewusstsein!

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Maggie Dörr
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