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Ist die Bibel richtig übersetzt?

Pinchas Lapide

 

Ein jüdischer Religionsphilosoph äußert sich zu einigen Bibelübersetzungen, die ein gänzlich falsches Verständnis der Wahrheit hervorgerufen haben.

Im Folgenden möchte ich den Mann, der sich zu seinen Lebzeiten sehr um jüdisch-christliche Gemeinschaft bemühte, zu Wort kommen lassen. Und zwar ungeachtet seines Glaubens, allein wegen seines Hebräisch-Verständnisses, an dem wir wohl fast alle Mangel haben. Dabei werde ich seinen Redefluss leider zerpflücken müssen, was sehr schade ist – aber ich kann ja nicht alles abschreiben. Leider sind seine Booklets zum Großteil ausverkauft. Sei damit gesegnet!

Achte einmal im 1.Absatz darauf, wie grandios Lapide das, was ich einfach „Stille Post“ nenne, in Worte einkleidet!

 

Die Entstehung der Bibel – Gedanken von P. Lapide

Bibliolatrie

Heiliger Text war in der biblischen Frühzeit mündlich überlieferter Wortlaut, lange ehe er von den Nachfahren zum Schrifttum verewigt wurde. Beide Testamente der Bibel wurden ja ursprünglich in der Glut der unmittelbaren Gotteserfahrung stammelnd erzählt, worauf sie von ihren Nachfahren – fantasiereiche Orientalen allesamt – für ein gleichgesinntes Publikum, von Ergriffenen für Gottesfürchtige, von Menschen für Menschen mit Ehrfurcht niedergeschrieben wurden. Erst viel später wurden sie von abendländischen Theologen kalt gelesen, zerebral ausgelegt und wissenschaftlich entmythologisiert. Dieser drastische Klimawechsel konnte nicht umhin, zu wesentlichen Umdeutungen, Missverständnissen und Sinnverzerrungen zu führen, die weder dem Geist noch dem Wortlaut der Schrift gerecht werden, so wie sie von den ursprünglichen Autoren und ihren Hörern empfunden werden mussten…..

Bei aller Ergebenheit vor dem biblischen Grundwort und seiner Sinnestiefe muss hier dennoch vor der „Bibliolatrie“ gewarnt werden, jener wortwörtlichen Anbetung der Schrift, die, zutiefst gesehen,  einem Vergehen gegen das Bilderverbot gleichkommt. Ex 20:4f
Es ist ein frommer Irrtum zu glauben, dass der Gott des Weltalls sich sprachlich fixieren lasse, „schwarz auf weiß nach Hause getragen werden könne .. oder dass sein Wesen, sein Wille oder seine Offenbarung in irgendeiner Bekenntnisformel eingefangen werden könne.
Verständlich ist das Verlangen nach einem Machtwort göttlicher Autorität, das all das menschliche Gewirr der Deutungspluralität majestätisch entmachtet.

Angeblich soll die Heilige Schrift als ein wörtliches Diktat, mit Gott selbst als Urheber, entstanden sein. Das ganze nennt man Verbal-Inspiration. Es bedurfte etliche Jahrhunderte der Bibelforschung, Aufklärung und kritischer Theologie, bis man darauf kam, dass solch eine Vorstellung nicht nur den menschlichen Anteil der Entstehung der Schrift wesentlich unterschätzte, sondern auch die Propheten zu Schreibmaschinen Gottes und die Evangelisten zu einer Art Tippfräulein des heiligen Geistes entwürdigen musste.

Abermals verfloss ein langes Jahrhundert, ehe die Wissenschaft gewahr wurde, dass in jedes der Bücher der Bibel die Mitarbeit vieler Menschen eingeflossen war; dass das mündliche Wort am Anfang stand, lange ehe es  schriftlich erarbeitet wurde und dass die Evangelisten auf viel ältere Traditionen zurückgegriffen hatten, den alten Quellen ihrer eigenen Denkfrüchte hinzugesellten, sodass die endgültige Niederschrift nur als die Schlussphase eines langen vielgestaltigen Werdegangs zu verstehen war.

 

Übersetzungsproblematik

Da das Vokabular der hebräischen Bibel nur 7706 Wörter umfasst, besitzen die meisten von ihnen eine vielschichtige Bedeutungsbreite, die sich gegen vereinheitlichende Übersetzung stemmt. Genauso wie RUACH – das 377 mal vorkommt – Hauch, Atem, Wind, Geist, Gewissen oder Gesinnung bedeuten kann, heißt NÄFÄSCH – das 755 mal erscheint – nicht nur SEELE, sondern auch Atem, Leben, Verlangen, Empfinden, Mensch, Wille und eine Umschreibung des Personalpronomens – nur um die wichtigsten Bedeutungen zu nennen. S.58

JedidaMD: Wenn also Gott „Sein Wort“ in hebräischer Sprache gegeben hat und wir es ins Griechische und von dort ins Deutsche übersetzen, können wir unmöglich die gleichen Worte benutzen wie Jahuwah! Bitte erfasse diese Tatsache, ergreife sie als Wahrheit! Schau dir die folgenden Beispiele dazu gut an!

 

Wie kam es zu der Übersetzung von Logos und Wort Gottes?

„Das Wort Gottes geschah mir“ S.21f
Ich bin ein Diener des Wortes. Luk.1:2 Das  hebräische Schlüsselwort in der Aussage heißt DAWAR, was zwar unter Umständen „Wort“ besagt, aber ebenso bedeuten kann: Rede, die Aussage, der Gegenstand, die Sache, das Anliegen, das Ding, das Ereignis, die Angelegenheit oder die Geschichte. Das prophetische Vorwort ihrer Verkündigung kann also genauso richtig – besser: richtiger – übersetzt werden mit:

Die Sache Gottes widerfuhr mir –oder
Das Anliegen Gottes erging an mich – oder
Der Angelegenheit Gottes wurde ich inne;
wobei es zweifelsohne um eine Inspiration oder Eingebung von oben geht, die den Propheten zum Träger des göttlichen Auftrags machte, als Idee, als innerer Drang oder als unwiderstehlicher Impuls, aber keineswegs als wörtliches Diktat, sondern als Sendung, deren Versprachlichung dem Mann Gottes  überlassen wurde.

Wenn Jeremia klagt: Des Herrn Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich“, Jer.20:8, so widerspricht der nächste Satz jedweder Wörtlichkeit. Lies Jer.20:9
Um diese Unwörtlichkeit der göttlichen Botschaft zu untermauern, kann der Prophet auf Hebräisch solche „Worte“ (Dewarim) auch „schauen“ (Amos1,1; Jes.1,2) und das Volk Gottes konnte die Stimme Gottes „sehen“ (Ex 20,18), wie es am Sinai geschah.

Sobald die hebräische Bibel jedoch auf Griechisch übersetzt wurde (im 3.vorchrsitl.Jhd), schrumpfte „DAWAR“ auf LOGOS, das immerhin noch bedeuten konnte: Rede, Aussage, Äußerung oder: Das  Wort – eine wesentliche Sinneinengung, die aber noch immer eine gewisse Interpretationsbreite ermöglichte. Als aber dann der Urtext ein zweites Mal in die lateinische Vulgata übertragen wurde (im 5.christl.Jhd), die Luther als hauptsächliche Vorlage diente, kam es zum VERBUM DIE – dem Wort Gottes, als druckreifes Diktat des  Himmels, von dem jedwede Abweichung als lästerlich gelten musste!

Dass diese schrittweise Sinnveränderung von DAWAR-LOGO-VERBUM-WORT alle exegetische Freiheit im Keim ersticken musste, Abschreibfehler heilig sprechen konnte und der Theologie im Widerspruch zur „Freiheit, die überall da ist, wo der Geist des Herrn ist“ (2.Kor.3,17) eine semantische Zwangsjacke oktroyierte, ahnte bereits der junge Goethe ….

Wie wird laut P. Lapide Gottes Wort Fleisch?
„…auf dass es >Fleisch werde<, d.h. in all seiner Einmaligkeit in unsere Irdischkeit und Menschlichkeit eingehe.“ S.66

 

Das GESETZ

Rund 340 mal kommt dieser Ausdruck in allen Verdeutschungen der Schrift vor (als Bezeichnung für die gesammelte hebräische Bibel oder das Fünfbuch Moses); etwa 200 mal im AT und 140 mal im NT.

Das ist jedoch grundfalsch – sowohl inhaltlich als auch sprachlich, denn was damit gemeint ist, heißt im Urtext „THORA“ und bedeutet in seiner richtigen Übersetzung „Lehre“ oder „Weisung“. Sie enthält rein quantitativ viel mehr Frohbotschaft, Verheißung, Erfüllung, Heilsgeschichte und Ethos, als eigentliche Gesetze, Satzungen und Vorschriften … Über Zweidrittel der  hebr. Bibel haben jedoch nicht das Geringste mit Gesetzlichkeit zu tun, sondern sind dem Heilsgeschehen Gottes mit seinem Volk Israel gewidmet; im christlichen Sinne des Wortes ist die Thora vor allem und hauptsächlich Evangelium, die Frohbotschaft von der Liebe Gottes und der Freiheit der Adamskinder….

Eine der zentralen Segenssprüche handelt von der Schenkung der Thora am Sinai, die, wie bekannt, zur Volkswerdung Israels geführt hat. Ihr Name ist jedoch weder „Offenbarung“ noch „Weisung“, sondern AHAWA und das heißt LIEBE. Denn es ist die Fülle der himmlischen Liebe, die sich in der Gnadengabe der Thora äußert, für die die Juden alltäglich danksagen ….

Kommentar JedidaMD:
Die Thora ist also Gotteslehre und Gottesweisung und enthält all die wunderbaren Verheißungen auf unseren Messias, der also, wie ich an anderer Stelle schon darlegte, nach Mat.5:17 nicht die 10 Gebote erfüllte (das Gesetz), sondern  die Verheißungen auf ihn hin, welche in der Thora geschrieben stehen. Z.B. in Jes.53 Leider legen viele Thora-Verfechter aber Mat.5:17 so aus, als ginge es um die 613 Satzungen des Gesetzes, welche nie aufgelöst werden würden. Nein, es ging Jaschua um die Frohe Botschaft, das Evangelium, die Verheißungen auf das Heil, welche nicht aufgelöst, sondern durch ihn erfüllt würden. In Bezug auf das Gesetz als Weisung Gottes löste er doch tatsächlich eines der Anordnungen des Moses auf, nämlich das über Ehescheidung. Und Jaschua führte es in seinen Ursprung zurück, setze wieder ein, was Jahuwah einst geboten hatte: Was Gott zusammen gebracht hat, soll kein Mensch scheiden! Matt.5:31-32; 19:6-8

 

Schalom

Zu Deutsch: FRIEDEN, was natürlich, wie sollte es auch anders sein, den Begriff SCHALOM bei weitem nicht zu erläutern vermag.

BERACHA (Segen) heißt nicht nur „mit irdischen Gütern versehen“, sondern auch „von Gott geführt werden“, „seinen Schutz genießen“, was mit dem Gewähren von SCHALOM weitestgehend gleichbedeutend ist.
Ebenso ist BERIT (Bund, Verheißung, Bündnis usw.) gedanklich mit Schalom verbunden.

An dieser Stelle überspringe ich einige komplexe Ausführungen von Lapide und gehe über zu seiner Zusammenfassung des Ganzheitsgedankens, wo er SCHALOM als folgendes, facettenreiches Wort schildert:
So sind also Wohl und Heil, Wohlbefinden, Wohlwollen und Seelenruhe, Wohlfahrt und Sicherheit, Glück und Sozialharmonie die einander ergänzenden Bestandteile ein und desselben SCHALOM, der so unteilbar ist wie die biblischen Bereiche von Politik, Gesellschaft, Natur und Theologie – alles Teile einer einzigen Weltordnung unter dem einen Schöpfergott…..

 

 

Auge um Auge

Die sprachliche Gestalt der Wendung in der hebräischen Bibel (Ex 21:23-25) schließt die Deutung einer austauschbaren Gleichwertigkeit aus (Auge um Auge im Sinn von Gleiches für Gleiches)

„Anstelle eines anderen“ ist gemeint: Der Schädiger muss dem Geschädigten etwas geben, das an die Stelle des Gliedes oder Organs tritt, das nicht mehr seine volle Funktion erfüllen kann. Der Richter setzt die Höhe der Widergutmachung fest, die der Täter seinem Opfer zu leisten hat; ihm ist die Verhängung der Strafe überwiesen, der privaten Vergeltung jedoch entzogen (Ex 21:1).
Folglich musste jemand der seinem Mitmenschen eine Verletzung schlug, nicht selbst eine erhalten, sondern ihm den Gegenwert einer Verletzung, das ist gemäß richterlichem Urteil die entsprechende Ersatzzahlung, leisten. Kurzum: die bibelwidrige Verzerrung in ein angebliches Rachegebot fußt auf drei falschen Fehlern:

1.     Rache ist in der hebräischen Bibel verboten: „Sei nicht rachsüchtig … sondern liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Lev.19,18) Dieses Grundgebot wird durch das Gottesgebot verstärkt: „Mein ist die Ahndung, spricht der HERR!  (Dt.32,35) Vgl. auch „Du sollst nicht vergelten!“

JedidaMD: Sage nicht: »Ich will das Böse vergelten!« Harre auf den HERRN, so wird er dir helfen. Spr.20:22; 24:29

 

2.     Der Urtext lautet: „Wenn aber Lebensgefahr droht, so gib Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn (Ex 21:23) Also nicht vom Geschädigten ist hier die Rede, der Rache oder Vergeltung nehmen soll, sondern vielmehr vom Schädiger, der vor dem Richter Widergutmachung leisten muss.

3.     Das Schlüsselwort in der hebr. Bibelstelle „tachat“ heißt gar nicht „um“ oder „für“, sondern „anstelle von“. Daher übersetzt Buber sinngetreu als auch textgemäß: „Geschieht das Ärgste aber, so gib Lebensersatz für Leben; Augersatz für Auge; Zahnersatz für Zahn“

Mit anderen Worten: Die humanitäre Universalregel „Maß für Maß“, die auch Jesus dreimal im NT empfiehlt, wird zum Rechtsprinzip der Geldentschädigung und des Schmerzensgeldes in allen Fällen von Körperverletzung erhoben…. Indem die hebr. Bibel den Einzelnen an den Richter verweist, hat sie dadurch das Verlangen nach Vergeltung auf das Ausmaß des erlittenen Schadens begrenzt. Dies bezieht sich auf jeden Menschen, mit dem man im Umkreis des Zusammenlebens jeweils unmittelbar zu tun hat, denn darin ist auch „der Fremde“ der „Nächste“ (Ex 11,2), ihm gilt das Liebesgebot in gleicher Weise. (Lev.19:33)

 

Aus Liebe zur Wahrheit

JedidaMD zitiert Pinhas Lapide

 

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