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Der leidende Knecht Israel im Exil

 

Im Tenach ist mit dem Knecht immer Israel gemeint.

Jesaja 41:8+9
„Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, mein Auserwählter, du Same Abrahams, meines Freundes; welchen ich von den Enden der Erde genommen und aus ihren Winkeln berufen und zu dem ich gesprochen habe: Du bist mein Knecht, ich habe dich auserwählt und verwerfe dich nicht“

 

Wie aber sieht es mit Jesaja 53 aus?

Vorab möchte ich dir zeigen, was mich schon immer stutzig gemacht hat, nämlich dass Petrus nicht einmal mit Jesaja 53 in Verbindung mit Jesus vertraut war, denn aus Matt.16:21-22 erfahren wir, wie er den Herrn Jesus vor seinem bevorstehenden Kreuzestod zurück halten will, obschon er ihn doch als Messias Gottes anerkannte:

Matthäus 16:21-22
„Von da an begann Jesus seine Jünger darauf hinzuweisen, daß er nach Jerusalem gehen und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden müsse, und daß er getötet und am dritten Tage auferweckt werden müsse. 22 Da nahm Petrus ihn beiseite und begann auf ihn einzureden mit den Worten: »Herr, das verhüte Gott! Nimmermehr darf dir das widerfahren!«

Petrus und auch die Jünger hatten keine Ahnung davon, dass ihr Messias sterben sollte! Warum? Weil sie den Text aus Jes.53 nie auf Jesus bezogen und Jesus sie auch offensichtlich nie so lehrte, auch nicht in dem Augenblick, als Petrus Jesus davon abhalten wollte. Nach seinem Tod hatten sie es immer noch nicht verstanden und Jesus musste ihnen das Verständnis öffnen, damit sie begriffen. Wieder erklärte er sich nicht als den Knecht aus Jesaja 53!

Lukas 24:44-47
„Dann sagte er zu ihnen: »Dies besagen meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: es müsse alles in Erfüllung gehen, was im mosaischen Gesetz, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht.« 45 Hierauf erschloß er ihnen den Sinn für das Verständnis der Schriften 46 und sagte zu ihnen: »So steht geschrieben: Christus muß leiden und am dritten Tage von den Toten auferstehen, 47 und auf Grund seines Namens muß Buße zur Vergebung der Sünden bei allen Völkern gepredigt werden, zuerst aber in Jerusalem.“

  1. Christus musste »leiden« (Ps 22,2-22)
  2. Christus musste »am dritten Tag auferstehen aus den Toten« (Ps 16,10; Jona 1,17; Hos 6,2)
  3. »In seinem Namen« musste »Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden allen Nationen, anfangend von Jerusalem.« (???)

Interessant ist, dass Jesus sowohl in Matt.16 als auch hier nichts darüber sagte, dass er für eine Ur- oder Erbsünde sterben würde, was auch nie vorhergesagt war und damit wird eigentlich aus dieser Aussage auch klar, dass er für eine solche nicht gestorben war, wie das Paulus später in „seinem Evangelium“ vermittelt. Er sagt hier auch nicht, dass er die Sünden des Volkes tragen würde, dass er stellvertretend sterben müsse – nichts dergleichen! Wenn die Nationen Israels Buße tun würden und umkehren zu ihrem Gott, dann konnten sie erlöst werden von dem Zorngericht, was auf ihnen lag. Mehr geht aus Jesu Erklärung eigentlich nicht hervor.

 

Auch einige christliche Kommentare sehen das so:

 

New English Bible – Oxford Study Edition kommentiert Jes.53 als ein weiteres Lied über den Knecht Israel

„52:13-53:12. Das vierte Lied vom Gottesknecht. Der leidende Knecht. Siehe 42.1-4 n. Israel, der Knecht Gottes, hat gelitten wie ein gedemütigtes Individuum. Wie auch immer, der Knecht hat dies ohne Beschwerde ertragen wegen seines stellvertretenen Leidens (Leidens für andere). 13-15: Nationen und Könige werden überrascht sein, den Knecht erhöht zu sehen. 53.1: Die Menge der heidnischen Nationen, unter denen der Knecht (Israel) lebte, sprechen hier (bis Vers 9) und sagen, dass die Bedeutung von Israels Demütigung und anschließender Erhebung schwer zu glauben ist. 2: Im traditionellen Hebräisch geht es dem Gerechten gut wie einem Baum am Wasser, aber der Übeltäter ist wie eine Pflanze auf dürrem Boden: vgl. Ps. 1.3-6. 3: Sie wenden ihre Augen ab; lit. verbergen ihr Gesicht, ein Ausdruck, der im Zusammenhang mit Leprakranken verwendet wird, deren Krankheit, als Zeichen der Sünde angesehen, sie verachtenswert machte. 4-5: Das stellvertretende Leiden, welches hier zum Ausdruck gebracht wird, steht sowohl im Widerspruch zur traditionellen Schuld-Solidarität von 2.Mo 20.5 als auch zur individuellen Verantwortung, die von den Propheten zur Zeit des Exils eingebracht wurde; s. Jer. 31.30; Hes. 18.5: Heilung für uns: lit. „unser Frieden“, bedeutet „allgemeines Wohlbefinden“ 6-7 Der Knecht wird wie ein Schaf geführt im Gegensatz zu den Menschen, die ihren eigenen Weg gehen. 8: Obwohl ein legaler Prozess im Gange zu sein scheint, erfährt der Knecht keine Gerechtigkeit; s. Jer. 39:5-6. 9: Der Tod bezieht sich wahrscheinlich auf die Zerstörung und das Exil Israels. Vergleiche Hes. 37.10-12: Das Thema von 52:13 wird wieder aufgenommen. Israel, das für alle Welt gelitten hat, wird nun an seinen gerechten Platz versetzt. 10: Langes Leben und Kindeskinder sind die Zeichen einer endgueltigen Rechtfertigung vor Gott; s. Hiob 42:16-17. 11: Gebadet in Licht, erfreuen sich Gottes Bevorzugung; Ps. 80.3.

 

Der Kommentar erklärt die meisten Aussagen der Prophetie gut verständlich auf Israel hin. In der Prophetie werden jedoch auch Dinge beschrieben, die gar nicht auf Jesus als den Knecht oder Messias passen würden, von denen ich zwei nennen möchte:

In Vers 12 spricht der Prophet vom Teilen der Beute. Was sollte damit für eine Beute in Bezug auf Jesus gemeint sein? Beute machen war seit jeher eher israelitisches Verhalten in Kriegen.

Was aber noch bedeutsamer ist: Vers 10  bezieht sich auf leibliche Nachkommen :

„Doch dem HERRN hatte es gefallen, ihn mit Krankheit (oder: Leiden) zu zerschlagen; wenn er sein Leben als Sühne (oder: Schuldopfer) einsetzen wird, soll er Samen (= Frucht? oder: Nachkommenschaft?) sehen und lange Tage leben und der Wille (= Heilsplan) des HERRN durch ihn gedeihen (= zur Fortführung oder: Ausführung gelangen).“ Menge

Das hebräische Wort für Same ist Särah und kann nur leibliche, physische Nachkommenschaft meinen; das war mir bislang nicht bekannt, denn ich dachte immer, es würde sich auf die geistlichen Söhne beziehen, die Jesus hervorgebracht haben soll.

Der Text zeigt außerdem, dass der leidende Knecht Israel offenbar als Kranker (oder Leidender?) stirbt, nicht aber am Pfahl oder Kreuz, was sicher erwähnt worden wäre, denn es galt als ein Fluch, am Holz aufgehängt zu werden.

Vielleicht verstehen wir nun besser, was mir persönlich immer unfassbar erschien, warum die Juden damals ihren Messias nicht erkannten, wo es doch Jesaja 53 gab?! Für die späteren Christen passte das Bild offensichtlich so gut zu Jesus, trotz der paar kleinen Fakten, die einfach nicht passen können, dass sie sogar Petrus den Bezug auf diesen Text in die Schreibfeder schoben. 1.Petr.2:24

Fazit: Kein Messias Israels! Kein Opfertod für die Erbsünde Adams! Noch nicht einmal stellvertretender Tod für die Menschen der Welt wird in den drei wichtigen Texten, die ich hier vorgestellt habe, erwähnt.

 

Aus Liebe zur Wahrheit

JedidaMD

 

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